Aufarbeitung einer traumatischen Geburt
Das versteckte Trauma
Ich habe es schon oft erlebt, dass, wenn bei Feiern oder geselligem Beisammensein, die Sprache auf meinen Beruf als Hebamme kommt, mir Frauen jeden Lebensalters von Ihren Geburten erzählen.
Die meisten Berichte, die ich da höre, sind alles andere als schön und so manche Frau hat mir unter Tränen erzählt wie schlimm dieses Erlebnis für sie war und dass es der Grund dafür war, kein weiteres Kind zu bekommen.
Bei meiner Arbeit als Hebamme erlebe ich oft folgende Symptome, die auf ein verstecktes Trauma nach einer Geburt hinweisen können:
- Ein weiterer Kinderwunsch wird erstmal nach hinten geschoben.
- Mit Beginn der Schwangerschaft treten körperliche oder mentale Beschwerden auf, wie starke Schwangerschaftsübelkeit, Rückenschmerzen, Stimmungsschwankungen und/oder Niedergeschlagenheit.
- Oftmals werden alle auftretenden Symptome mit fieberhafter Aktivität überlagert.
- Der Gedanke an die bevorstehende Geburt macht ein ungutes Gefühl.
- Alle bestehenden Symptome und Ängste werden schlimmer, je näher die Geburt rückt.
- Die meisten Frauen sind sich nicht darüber bewusst, dass ihre Symptomatik mit der vorherigen Geburt in Zusammenhang stehen und/oder dass diese traumatisch war.
- Gewalt unter der Geburt, körperliche und/oder mentale Manipulationen und Todesangst um sich selbst, den Partner oder das Kind können Auslöser für ein solches Trauma sein.
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Heilung
Eine Aufarbeitung und Heilung des vorangegangene Traumas ist nicht nur möglich und wichtig, sondern auch grundlegend, um eine weitere Geburt zu dem wunderschönen, kraftvollen und ermächtigenden Erlebnis zu machen, die sie immer sein sollte.
Leider wird es den Frauen oft suggeriert, dass alle Maßnahmen unter der Geburt darauf beruhen, dass sie und ihr Körper es halt alleine nicht hinbekommen hätten und dass sie und ihr Kind schließlich noch am Leben und gesund seien, was will man also mehr?
Ich bin der Meinung, dass es sehr wohl mehr gibt und dass es jeder Frau zusteht, dieses mehr zu erleben und Geburt als das zu erfahren was es ist: völlig normal und absolut außergewöhnlich in einem.
Ich wünsche es jeder Frau, dass sie mit Staunen über ihren eigenen Körper und die Kräfte, die sie besitzt, aus ihrer Geburt herausgeht und gerne und oft an dieses besondere Erlebnis zurückdenkt.
Ich habe schon viele Geburtsaufarbeitungen geleitet und habe noch nie schlechte Erfahrungen damit gemacht. Im Gegenteil, es macht mir unendliche Freude zu sehen, wie Frauen beginnen zu verstehen, wie es zu ihrem Geburtsverlauf gekommen ist, wie sie selber das beim nächsten Mal ändern können und wie aus Furcht Zuversicht und Stärke wird.
Wenn auch du gerne eine Geburt, die du als traumatisch empfunden hast, aufarbeiten möchtest oder Angst vor der kommenden Geburt hast, besorge bitte im Sekretariat deines Entbindungskrankenhauses deine Geburtsdokumentation (sie steht dir zu) und wenn du sie hast, buche 2 aufeinander folgende Termine bei der Heidehebamme, so dass wir 60 Minuten zur Verfügung haben.
Bitte bring außerdem deinen Mutterpass und deine Versichertenkarte mit.
Die Kosten übernimmt deine Krankenkasse.
Heidehebamme
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